DigiSmart-Ratgeber · Smart Home & Energie

7 Smart-Home-Tricks, mit denen du Strom und Geld sparen kannst

Du brauchst kein teures, komplett vernetztes Haus: Mit ein paar gezielten Messungen, Einstellungen und Automationen kannst du unnötigen Verbrauch entdecken und reduzieren.

16. Oktober 2026ca. 7 Minuten LesezeitFür Einsteiger & Fortgeschrittene
Zu den sieben Tipps ↓
Was du in diesem Ratgeber lernst
  • Wie du heimliche Stromverbraucher sichtbar machst.
  • Welche Smart-Home-Automationen sich wirklich lohnen können.
  • Warum nicht jede smarte Anschaffung automatisch Energie spart.
  • Wie du mit unserem Rechner die mögliche Ersparnis grob einschätzt.

Smart Home bedeutet mehr als Lichter per Handy einschalten. Wirklich sinnvoll wird die Technik, wenn sie dir Arbeit abnimmt, Verbrauch transparent macht und unnötige Laufzeiten reduziert. Entscheidend ist, dass du erst misst und dann automatisierst. Neue Geräte brauchen selbst Strom und kosten Geld.

01

Stromfresser mit einer Messsteckdose finden

Guter Einstieg · meist ohne Umbau

Mit einer smarten Steckdose mit Energiemessung siehst du, wie viel Watt ein Gerät gerade benötigt und wie viele Kilowattstunden es über Tage oder Wochen verbraucht. So findest du beispielsweise heraus, wie viel ein Fernseher, Drucker oder eine Spielekonsole wirklich benötigt.

So startest du: Miss zunächst ein Gerät mehrere Tage lang. Vergleiche anschließend den normalen Betrieb mit dem Standby-Zustand. Erst wenn du den Verbrauch kennst, lohnt es sich, über das automatische Abschalten nachzudenken.

DigiSmart-Tipp: Prüfe vor dem Kauf, ob die Steckdose den Energieverbrauch in kWh protokolliert. Eine reine Fernbedienungs-Steckdose ohne Messfunktion liefert keine Verbrauchswerte.
02

Standby-Verbrauch automatisch reduzieren

Zeitschaltplan · schaltbare Steckdose

Fernseher, Konsolen und manche Bürogeräte können auch im scheinbar ausgeschalteten Zustand Strom verbrauchen. Wenn Geräte nachts oder bei Abwesenheit nicht gebraucht werden, kannst du geeignete Verbraucher vollständig abschalten.

Beispiel: Eine schaltbare Steckdosenleiste trennt nach dem Fernsehabend bestimmte Unterhaltungselektronik vom Netz. Alternativ hilft bei geeigneten Geräten eine Smart-Plug-Zeitsteuerung.

Wichtig: Router, NAS, Alarmanlagen, medizinisch benötigte Geräte, Kühlgeräte und Geräte mit laufenden Updates nicht unüberlegt abschalten. Ladegeräte und größere elektrische Verbraucher nur innerhalb der zulässigen Schaltleistung betreiben.
03

LED-Licht mit Bewegungsmeldern kombinieren

Flur · Keller · Garage

LED-Beleuchtung braucht im Vergleich zu älteren Leuchtmitteln wenig Strom. Noch effizienter wird sie in wenig genutzten Räumen, wenn das Licht nur eingeschaltet ist, solange es benötigt wird.

Beispiel: Im Vorraum oder Keller schaltet ein Bewegungsmelder das Licht bei Bewegung ein und nach wenigen Minuten wieder aus. Ein Helligkeitssensor verhindert bei Tageslicht unnötiges Einschalten.

DigiSmart-Tipp: Ein einfacher Bewegungsmelder reicht oft aus. Für eine einzelne Lampe brauchst du nicht zwingend ein komplettes Smart-Home-System.
04

Heizung und Lüften intelligent abstimmen

Heizenergie sparen · Fensterkontakte

Smarte Heizkörperthermostate oder passende Heizungssteuerungen können Temperaturen nach Tageszeit oder Anwesenheit anpassen. Ein Fensterkontakt kann dabei helfen, während des Lüftens unnötiges Heizen zu vermeiden.

Beispiel: Im ungenutzten Arbeitszimmer wird die Raumtemperatur zeitweise moderat abgesenkt. Vor der Nutzung heizt die vorhandene Regelung wieder auf.

Wichtig: Das spart vor allem Heizenergie, nicht automatisch Haushaltsstrom. Bei trägen Heizsystemen, Wärmepumpen oder gut eingestellten zentralen Heizungen kann eine starke Nachtabsenkung sogar ungeeignet sein. Keine pauschalen Temperaturversprechen.
05

Jalousien gegen Sommerhitze einsetzen

Beschattung · Temperaturkomfort

Automatische Jalousien oder Rollläden können sich nach Uhrzeit, Sonneneinstrahlung oder Raumtemperatur richten. Außenliegende Beschattung reduziert die Aufheizung von Räumen im Sommer und kann dadurch den Kühlbedarf senken.

Beispiel: An heißen Nachmittagen fährt die Beschattung auf der Sonnenseite herunter, bevor die Räume stark aufheizen.

DigiSmart-Tipp: Prüfe zuerst, ob eine einfache manuelle Beschattung genügt. Ein zusätzlicher Rollladenmotor lohnt sich nicht allein wegen möglicher Stromeinsparung.
06

Solarstrom zur richtigen Zeit selbst nutzen

Für Haushalte mit Photovoltaik

Wer eine PV-Anlage hat, kann flexible Verbrauchszeiten auf sonnige Stunden legen. Intelligente Energiesteuerungen oder einfache Zeitpläne helfen zum Beispiel beim planbaren Laden geeigneter Verbraucher.

Beispiel: Eine Waschmaschine mit geeigneter Startzeitvorwahl wird tagsüber betrieben, wenn voraussichtlich viel eigener Solarstrom vorhanden ist.

Wichtig: Die Verlagerung von Verbrauch spart nicht zwangsläufig Kilowattstunden. Sie kann vor allem den Netzbezug und damit Kosten reduzieren. Große Heizstäbe, Boiler, Wallboxen und elektrische Installationen nicht eigenmächtig über ungeeignete Smart Plugs schalten. Den hygienisch nötigen Warmwasserbetrieb beibehalten.
07

Nur Automationen behalten, die wirklich helfen

Weniger Technik · mehr Nutzen

Prüfe nach zwei bis vier Wochen, ob deine Automationen tatsächlich Verbrauch reduzieren. Ein zusätzlicher Hub, mehrere WLAN-Steckdosen und ständig aktive Sensoren benötigen selbst Energie.

Beispiel: Vergleiche den Verbrauch eines Geräts vor und nach der Automatisierung. Wenn die Einsparung kleiner als der Eigenverbrauch der Zusatztechnik ist, vereinfache deine Lösung.

DigiSmart-Tipp: „So viel Automatik wie nötig, so wenig zusätzliche Geräte wie möglich“ ist oft die günstigste Lösung.

Mini-Rechner: Was kostet ein Dauerverbraucher?

Gib ein, wie viel Leistung du unnötig vermeiden könntest, wie viele Stunden pro Tag das Gerät dadurch weniger läuft und wie hoch dein angenommener Strompreis ist.

73,0 kWhvermeidbarer Verbrauch pro Jahr
18,25 €rechnerische Ersparnis pro Jahr

Rechnung: Watt × Stunden pro Tag × 365 ÷ 1.000 = kWh/Jahr. Multipliziert mit dem Strompreis. Beispielwerte, keine Garantie – Eigenverbrauch zusätzlicher Smart-Home-Geräte und mögliche Lastverschiebungen sind nicht berücksichtigt.

Sicherheit vor Automatisierung

Schalte über Smart Plugs nur Geräte, die sich laut Hersteller dafür eignen, und beachte die zulässige Dauerlast. Steckdosenleisten nicht überlasten oder hintereinanderstecken. Bei fest angeschlossenen Anlagen, Heizstäben und größeren Lasten gehört die Planung in fachkundige Hände. Geräte, die aus Sicherheits-, Hygiene- oder Kühlgründen ständig laufen müssen, dürfen nicht einfach zeitgesteuert vom Strom getrennt werden.

Fazit: Fang klein an und miss den Erfolg

Der beste Einstieg muss nicht teuer sein: Miss zuerst einen bekannten Dauerverbraucher, stelle unnötige Standby-Zeiten ab und optimiere vorhandene Einstellungen. Erst danach lohnt sich neue Smart-Home-Technik. So vermeidest du, Geld für Geräte auszugeben, die selbst mehr kosten oder verbrauchen, als sie einsparen.